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Walter Seidel, Meine Welt, Oel auf Leinwand, 1982-1987

Walter Seidel – Meine Welt


Retrospektive

14.09. – 16.12.2018

Mit einer Retrospektive im Fränkischen Museum will die Stadt Feuchtwangen Walter Seidel ehren, der als frei schaffender Künstler in 50 Jahren ein umfangreiches künstlerisches Lebenswerk geschaffen hat.

Der 1950 in Kloster Sulz (bei Rothenburg o. d. Tauber) geborene Maler wuchs in Dombühl auf. Kindheit und Jugend in Dombühl prägten ihn nachhaltig: „Die ganze Umgebung war von Feldern und Wiesen, kleinen Fußwegen und einem Wiesenbach geprägt und wurde ausschließlich landwirtschaftlich genutzt.
Die Ansicht von Kloster Sulz, welche sich von meinem Elternhaus bot, war mit seinem geschlossenem, in Jahrhunderten gewachsenem Ortsbild mit der großen gotischen Klosterkirche von einzigartiger Schönheit. Diese Eindrücke haben seit meiner frühen Kindheit meine Vorstellung von der Welt, von Schönheit und Harmonie geprägt und sind bis heute zu einem unverrückbaren Maßstab geworden.“

Bereits in jungen Jahren war Walter Seidel empfänglich für Geschichte und für den Reiz historischer Gebäude. Dazu zählte das stattliche großelterliche Haus „mit seinen altertümlichen Geheimnissen“ in Kloster Sulz. Markgraf Georg Friedrich der Ältere ließ es 1585 als Wildmeisterhaus erbauen.
In Rothenburg und Ansbach studierte der empfindsame Schüler die Bauwerke der Gotik, deren Formvollendung und Erhabenheit ihn tief beeindruckten. Das filigrane Maßwerk suchte der elfjährige Walter Seidel nachzuvollziehen, indem er aus Papier Kirchenbauten mit ausgeschnittenen Maßwerkfenstern, mit Dreipässen, Vierpässen, mit durchbrochenen Turmhelmen und Strebepfeilern fertigte.
Die Kunst der alten Meister beeinflusste ihn maßgeblich, insbesondere die niederländische Malerei des 17. Jahrhunderts.
Seine berufliche Bildung erwarb er zunächst in einer örtlichen Teppichweberei als Musterzeichner. Ab 1969 studierte er Design für Webwaren am staatlichen Technikum für Textilindustrie in Reutlingen.

Bereits mit 24 Jahren macht er sich als bildender Künstler selbständig. Seine bevorzugten Techniken sind Öl auf Leinwand und Gouache. Komplexe Kompositionen bereitet er detailliert vor, mit Bleistift- oder Federzeichnungen sowie mit Aquarellen. Die Welt des Walter Seidel ist von Natur und Kunst gleichermaßen inspiriert.
Er verfügt über eine bedeutende Kunstsammlung, vom Augsburger Kabinettschrank bis hin zu edlem Kunsthandwerk.
Seine Malerei „alla natura“ umfasst Marktplätze, historische Küchen und Interieurs, Apotheken, Kunstkammern, die Natur in ihrer Vergänglichkeit, Feldblumen, Landschaften, Jahreszeiten, Miniaturen und phantastische Welten.
Walter Seidel lebt und arbeitet heute vorwiegend in Aschaffenburg. Auch in Dombühl besitzt er ein Atelier.


Ausstellungen:

1975 Aschaffenburg
1978 Frankfurt, Auktionshaus Wilhelm Döbritz
1979 erste Kontakte zu dem Galeristen Guy Pernet aus Juan les Pins bei Cannes, der zahlreiche Werke kauft
Ab 1980 Juan les Pins, Galerie La Licorne
Cannes, Galerie in der Rue d’Antibes
1982 Cannes, Einzelausstellung
1985 Aschaffenburg, Frohsinn-Galerie
1987 Mainz, Kunsthandlung Deger
1988 Luxemburg, Foyer Européen
1990 Köln, Galerie Klaus Edel
Ab 1991 zahlreiche Atelier Ausstellungen
1995 und 1999 Würzburg, Galerie Art Spektrum
1997 und 2000 Schillingsfürst, Luwig-Dörfler-Galerie
2001 Kloster Sulz, im historischen Wildmeisterhaus
2002 Rothenburg ob der Tauber, Reichsstadtmuseum
Ab 2003 Ausstellungen in Aschaffenburg, Dombühl, Feuchtwangen