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Guenter Derleth, Kiss me Kate, Camera obscura, 2017

Augenblicke. Szenen.

Fotografien zu den Kreuzgangspielen
Günter Derleth, Christian Weigang, Frank Gerald Hegewald und Peter Kunz

Feuchtwanger Kunstsommer 26.04. - 19.08.2018

Das Theater ist die vergänglichste Kunstform. Es ist die Kunst des Augenblicks, die Kunst des Jetzt, die sich an jedem Abend neu ereignet. Dabei ist jede Vorstellung einzigartig und stets etwas Besonderes. Mit den Mitteln des Videos und der Theaterfotografie wird der Versuch unternommen, einen Schimmer dieses augenblicklichen Zaubers zu bewahren.
Da sich das Theater in seiner Ganzheit jedoch nur schwerlich erhalten lässt, ist anlässlich des 70-jährigen Jubiläums der Kreuzgangspiele ein Kunstprojekt konzipiert worden, das aus der Aufnahme von Szenen und Augenblicken während der Proben, der Aufführungen, von Porträts von Schauspielerinnen und Schauspielern und vom Theaterort selbst eigenständige Kunstwerke hat entstehen lassen. Dabei handelt es sich nicht um einfache Fotoaufnahmen, sondern um Bilder, die mit besonderen Fotografietechniken ganz eigene Perspektiven auf den flüchtigen Theaterbetrieb erlauben.
Die Fotografen Günter Derleth, Christian Weigang, Frank Hegewald und Peter Kunz haben die Kreuzgangfestspiele in den Jahren 2017 und 2018 mit der Camera obscura, mit den Mitteln der Nasskollodium-Technik und der Cyanotypie begleitet und in Bildern neu entstehen lassen. Diese Aufnahmen sind im Jubiläumssommer im Fränkischen Museum zu sehen.

Die Fotografen und die Techniken

Günter Derleth absolvierte Ausbildungen zum Schriftsetzer und zum Fotografen, war als Assistent in verschiedenen Fotostudios tätig und hatte von 1971-2002 ein eigenes Studio für Werbephotographie in Fürth. Seit 1993 beschäftigt sich Günter Derleth intensiv mit der Lochkamera, seit 2003 arbeitet er ausschließlich der Camera obscura. Nach 30 Jahren Werbephotographie flieht er förmlich vor dem ständig zunehmenden Technikaufwand und kehrt zurück zu den fotografischen Wurzeln: Zurück zum Einfachen und Wesentlichen, zurück zum Sehen und Fühlen.

Der Fotograf Christian Weigang studierte Volkswirtschaft und Marketing in Nürnberg und war dann in den Bereichen Management und Consulting weltweit tätig. Seit Langem ist er fasziniert von der Lochkamera. Die intensive Beschäftigung – besonders mit der Porträtfotografie – haben ihn zu einem Meister der Camera obscura werden lassen. Eine Camera obscura ist ein dunkler Raum mit einem Loch in der Wand, keine Linse, kein Objektiv ist nötig.

Frank Hegewald hat Design studiert und bis 2004 in verschiedenen Agenturen für Werbung und Marketing gearbeitet. Die Fotografie hat für ihn in seiner kreativen Arbeit immer eine große Rolle gespielt. Seit 14 Jahren ist er als freischaffender Künstler erfolgreich. Er hat sich auf die Cyanotypie spezialisiert. Diese Technik ist auch als Blaudruck oder Eisenblaudruck bekannt und ist ein altes, 1842 entwickeltes fotografisches Edeldruckverfahren mit typisch cyanblauen Farbtönen.

Peter Kunz erhielt seine Ausbildung zum Mode- und Werbefotografen bei Jochen Schuldt in Nürnberg. Er war als Assistent bei verschiedenen Fotografen im In- und Ausland sowie als freier Fotograf u.a. in Australien tätig. Neben seiner Tätigkeit als Fotograf und Autor studierte er Geschichte, Medienwissenschaften und Philosophie in Erlangen und Venedig. Aktuell arbeitet er als Fotograf, Autor und Redakteur und ist Dozent vor allem für historische fotografische Verfahren. Spezialisiert hat sich Peter Kunz auf das Nasskollodium-Verfahren. Diese Technik gibt es seit 1851. Sehr schnell dominierte diese Technik die Fotografie, verschwand etwa ab 1880 aber fast völlig, als verbesserte, industriell gefertigte Trockenplatten preiswerter wurden.

Die Welt steht auf dem Kopf
Die begehbare Camera obscura
Die Welt aus einer anderen Perspektive betrachten und zugleich einen Blick in eine vergangene Zeit werfen - das ist vor dem Fränkischen Museum möglich. Dort ist eine große Camera obscura zu sehen, die einlädt, ins Innere zu treten und das Prinzip einer Lochkamera hautnah zu erleben.

Öffentliche Führungen:

So 29.04.2018, 15 Uhr
So 17.06.2018, 15 Uhr, mit Günter Derleth
So 22.07.2018, 14 - 18 Uhr

Eintritt frei.

 

Veranstaltungen:

Sa 05.05.2018, 19 Uhr
Was für ein Theater, Faust!
Ein komödiantisches Spektakel zu des Theaterpudels Kern mit viel (Spieluhr-)Musik, den „Streifenhörnchen“ (Rolf-Bernhard Essig / Franz Tröger) und manch einem Spiel im Spiel.
Veranstalter: Kulturamt Feuchtwangen

So 27.05.2018, 11-17 Uhr
Polaroids des 19. Jahrhunderts
Ein Vortrag und Nass-Kollodium-Workshop mit Peter Kunz
Veranstalter: Kulturamt Feuchtwangen

Sa 30.06.2018, 10-16 Uhr
Das Geheimnis der Lochkamera
Ein Workshop mit der Camera Obscura
mit Christian Weigang
Veranstalter: Kulturamt Feuchtwangen

So 22.07.2018, 14-18 Uhr
»Kunst mit Sahnehäubchen«
Darf’s noch etwas mehr Kunst sein?
Kaffee und ein Stück Kuchen, Musik im Garten, dazu Führungen durch die Ausstellung „Augenblicke. Szenen“
Veranstalter: Kulturamt und Fränkisches Museum Feuchtwangen, Eintritt frei

Nähere Informationen unter Aktuelles/Veranstaltungen 2018