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Liebesbrief, Papierschnitt, um 1830

Dating im Biedermeier

Das Fränkische Museum besitzt acht Liebesbriefe
unterschiedlicher Herkunft, die allesamt zwischen 1797
und 1830 entstanden sind.
Es sind Papierschnitt- und Nadelsticharbeiten,
in Pastellfarben aquarelliert und reich mit Herzen,
Vasensträußen, Blumenranken und Tulpen verziert.

Der Brieftext ist in Versform in die Herzen geschrieben.
Er handelt von der Schönheit der geliebten Frau,
von ihrer Tugend, von unermesslicher Liebesglut,
von gegenseitige Treue bis in den Tod, usw.
Auch zweideutige Verse sind eingestreut:
    Schönster Schatz
    laß mich Blatz bey dir finden.
oder:
    Ach laß mich schauen, wie so schön und lieblich
    ist das Leben, das denen, so in Freudigkeit
    einander sich ergeben.

Ob der Liebeswunsch bereits Realität ist, bleibt dem Leser
verborgen, es ist das Geheimnis der Liebenden. In jedem Fall
war so ein Liebesbrief eine filigrane Kostbarkeit und
der Stolz seiner Besitzerin.