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Quadratur des Kreises

Zum besonderen Charakter der Volkskunst gehören eine Reihe
von Ziermotiven, immer wiederkehren. Neben Herz,
Vogel, Hirsch und Blume sind es vor allem geometrische Figuren:
Kreis, Dreieck, Linie, Wellen- und Zackenbänder, Spirale, Stern
und Radkreuz dienten zur Verzierung von Hausgeräten und Kleinmöbeln.
Sie wurden in den unterschiedlichsten Techniken ausgeführt,
häufig hat man sie im Kerbschnitt auf hölzerne Gebrauchs-
gegenstände geschnitzt.

Einen Schatz an Motiven fand der Handwerker und der
Kunstschreiner in den Form- und Vorlagenbüchern, die seit
dem 16. Jh. publiziert wurden. Die Vorlagen waren mit einem
quadratischen Hilfsnetz versehen. So konnten sie auf ein
Werkstück übertragen werden.

Einige geometrische Ornamente, wie Rosette oder Wirbel,
gibt es bereits in der vorgeschichtlichen Kunst.
Man konnte sie leicht mit dem Zirkel konstruieren.
Auch der Sechsstern gehört zu diesen sehr alten Zirkelschlag-
motiven: eine Kreislinie wird durch den Kreisradius in sechs
gleiche Abschnitte geteilt. Weitere sechs, an den Teilstellen
angesetzte Zirkelschläge ergeben einen Sechsstern.
Das Einzelmotiv des Sechssterns wurde als Glücks- und
Heilszeichen gedeutet.
Floral umgeformt ergab sich eine Sternblüte.
Der Sechsstern konnte netzartig erweitert werden
zu einer Flächen füllenden Dekoration.