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Biedermeierzimmer, Mobiliar um 1840

Schöner Wohnen

Herrieden, im Jahr 1827.
Frau Schneider faltet ihr Journal zusammen und blickt
träumerisch auf. Ihr Blick schweift über das arme Mobiliar
ihres Wohnzimmers: Alles Erbstücke, vor sieben Jahren
mit in die Ehe gebracht, keines passt zum anderen.
Das wär’s, eine Einrichtung wie aus dem Modejournal,
modern und gemütlich, aber im Moment leider unerschwinglich...

Träume werden wahr. Eine Erbschaft im Jahr 1840 macht es
möglich. Die neuen Möbel im Stil der Zeit haben ein kleines
Vermögen gekostet. Frau Schneider ist glücklich, das neue
Wohnzimmer ist so heiter und stimmungsvoll.
Auch der Gatte ist sehr zufrieden, ihm gefällt der gediegene
Charakter der Möbel, die dabei äußerst repräsentativ wirken.

Das Sofa wollte man gemütlich breit, die Stühle elegant
geschwungen. Der ovale Tisch aus Kirschbaum auf schwarz
gebeizten Säulen wirkt vornehm. Am Fenster ein kleines Nähtischchen.
Der Aufsatzschrank an der linken Wand ist aus Nussbaum,
mit rautenförmigen Einlagen in Ahorn und Zwetschge.
Typisch ist die sorgfältige Bearbeitung und Politur, der klare Aufbau,
die dezenten Flächendekorationen und der Kontrast von hellen
und dunklen Hölzern.

Eine blumige Tapete ziert die Wand und gerne hat man hier
aufgehängt, was lieb und teuer ist: Porträts, Scherenschnitte,
eine Stadtansicht, Haarbilder als Andenken an die Hochzeit
und an die Taufe der Kinder.