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Markgraf Carl Wilhelm Friedrich, um 1740

Der "Wilde Markgraf"

Leger, feinsinnig, milde lächelnd prostet Markgraf
Carl Wilhelm Friedrich dem Betrachter zu.
1729 hatte er als Siebzehnjähriger die Regentschaft
im Markgrafentum Brandenburg-Ansbach übernommen.
Im selben Jahr heiratet er Friederike Louise von Preußen.
Diese Schwester Friedrichs des Großen wird als
„engelschön, aber launisch“ beschrieben.
Nicht minder schwierig war ihr Gatte. Sein cholerisches
Temperament und zahlreiche Liebesabenteuer trugen ihm
den bezeichnenden Beinamen „der Wilde Markgraf“ ein.
Der jähzornige Charakterzug wird in diesem Porträt
gekonnt überspielt.

Das Gemälde ist kein Staatsporträt, Szepter und
Markgrafenkrone des Landesfürsten fehlen.
Im Rokoko war die Natur- und Schäferidylle ein beliebtes Thema. Daher lässt sich Carl Wilhelm Friedrich in der Rolle eines Schäfers oder Schnitters porträtieren. Er gibt sich in ländlicher Aufmachung, mit offenem Hemd, Ähren am Hut, das braune Haar locker im Nacken gebunden. Eine bäuerliche Mahlzeit mit Brot und Rettich ergänzen die Szene.
Bis heute schlüpfen Regierende gern in Rollen, wenn es
ihrem Image dient, man denke an den „Landesvater“
Edmund Stoiber in Bayern oder an „Cleverle“ Lothar Späth
in Baden-Württemberg. Dieses Image wird heute durch die Medien gepflegt, nicht mehr, wie vormals, durch den Hofmaler.