800 Jahre jüdisches Leben in Feuchtwangen
ERINNERE. BEWAHRE. WANDLE.

VON JÜDISCHEM LEBEN IN UND UM FEUCHTWANGEN
FRÄNKISCHES MUSEUM

Sonderausstellung verlängert - AUF ANMELDUNG BIS MÄRZ 2022

Das Fränkische Museum Feuchtwangen führt in der Sonderausstellung  durch die 800-jährige jüdischen Geschichte Feuchtwangens. Die Ausstellung beginnt im Mittelalter mit den ersten jüdischen Bewohner*innen Feuchtwangens. Die darauffolgende bewegte und schwierige Geschichte vermittelt die Ausstellung weitgehend durch die Perspektiven und Lebensgeschichten historischer Persönlichkeiten aus Feuchtwangen und Umgebung.

Den historischen Persönlichkeiten mit ihren individuellen Lebensgeschichten und ihren Beiträgen zum städtischen Leben begegnen Sie in der Ausstellung: Die Ausstellung beleuchtet das soziale Engagement in Vereinen wie dem Feuchtwanger Turn- und Sportverein, in Initiativen gegen Armut sowie in der Seelsorge. Sie wirft einen Blick auf die rechtlichen Entwicklungen und das Schul- und Ausbildungswesen seit dem 19. Jh., auf die wirtschaftlichen Errungenschaften der historischen Persönlichkeiten und auf die Kultur.

Für das 20. Jahrhundert behandelt die Ausstellung die schwierige Geschichte der NS-Diktatur und Shoah. Sie würdigt den Widerstand eines mutigen Feuchtwanger Bürgers, der bereits Mitte der 1920er Jahre mutig gegen den wachsenden Antisemitismus kämpfte. Den 27 Feuchtwanger Personen, die durch die NS-Diktatur ihr Leben verloren, wird in einem Gedenkbuch gedacht.

In ihrem letzten Teil beleuchtet die Ausstellung die Lebenswege von Überlebenden. Seit den 1960er Jahren entwickelten sich fruchtbare Briefwechsel und Freundschaften zwischen den Überlebenden und ihren Nachkommen sowie engagierten Feuchtwanger Bürger*innen.

„Erinnerung ist das Geheimnis der Erlösung“, lautet ein Satz des jüdischen Gelehrten Baal Schem Tov; der spanische Philosoph George Santayana formuliert diesen Gedanken mit historischer Perspektive: „Die sich des Vergangenen nicht erinnern, sind dazu verurteilt, es noch einmal zu erleben“ – Zentral ist das Erinnern, das Gedenken und – damit verbunden – das Nicht-Vergessen. „Zachor!“ רוכזֹ) ) – „Erinnere Dich!“ ist auch ein wichtiges Gebot im jüdischen Glauben. In Verbindung mit der Erforschung der jüdischen Geschichte Feuchtwangens wird im Fränkischen Museum der Vorgang des Erinnerns in den Mittelpunkt gestellt. Das Museum soll mit dieser Ausstellung zu einem zentralen Erinnerungsort für das jüdische Leben in Feuchtwangen und die Shoa werden, steht doch ein Teil der heutigen Anlage an dem Ort, an dem einst die Synagoge stand – das Museum und seine Gebäude wie der Standort selbst sind also gleichermaßen Orte der Erinnerung. Hier wird sie gepflegt oder verschwiegen, sie wird präsentiert oder ausgeblendet, bewusst oder unbewusst.

Die Sonderausstellung ist Teil des deutschlandweiten Festjahres „#2021JLID - 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“.

Wir freuen uns auf Ihren Besuch im Fränkischen Museum.

Öffnungszeiten der Ausstellung: Dienstag bis Freitag 14 – 17 Uhr, Samstag, Sonntag, Feiertage 11 – 17 Uhr.

Der Eintritt zur Ausstellung ist frei.

IWissenschaftliche Recherche und Sonderausstellung: Dr. Uta Karrer

Museumstraße 19 - 91555 Feuchtwangen - Telefon (0 98 52) 25 75 - info@fraenkisches-museum.de