Herzlich willkommen!

Franken: authentisch, spannend, smart. Wer Franken entdecken will, beginnt eine Reise am besten im Fränkischen Museum Feuchtwangen. Hier findet er Facetten fränkischer Identität - und damit einen guten Zugang zur Region, den Menschen und ihrer Geschichte.

Das Museum wurde 1902 durch den Verein für Volkskunst und Volkskunde begründet. Es war das erklärte Ziel des Vereins, die Kulturgüter der ländlichen Bevölkerung zu sammeln und zu bewahren. Schnell entstand eine beeindruckende Sammlung, die 1926 in einem historischen Fachwerkhaus ausgestellt wurde. Die Sammlungsschwerpunkte sind Möbel aus Franken, Volkskunst und Fayencen. Der idyllische Museumsgarten lädt zum Verweilen ein. Hier können eine Hammerschmiede und ein Flachsbrechhaus besichtigt werden.

Das Museum hat heute über 2000 m² Ausstellungsfläche. 2008 wurde das Museum nach vollständiger Sanierung mit einem modernen Foyer und Ausstellungsgebäude neu eröffnet. Mit diversen Veranstaltungen und Sonderausstellungen werden immer neue Themen beleuchtet.

erinnere. bewahre. wandle.

800 Jahre jüdisches Leben in Feuchtwangen
VON JÜDISCHEM LEBEN IN UND UM FEUCHTWANGEN

Teile der Sonderausstellung, die bis zum 31. März 2022 gezeigt wurde, sind auch weiterhin im Foyer des Fränkischen Museums zu sehen.

Das Fränkische Museum Feuchtwangen führt in der Sonderausstellung  durch die 800-jährige jüdischen Geschichte Feuchtwangens. Die Ausstellung beginnt im Mittelalter mit den ersten jüdischen Bewohner*innen Feuchtwangens. Die darauffolgende bewegte und schwierige Geschichte vermittelt die Ausstellung weitgehend durch die Perspektiven und Lebensgeschichten historischer Persönlichkeiten aus Feuchtwangen und Umgebung.

Den historischen Persönlichkeiten mit ihren individuellen Lebensgeschichten und ihren Beiträgen zum städtischen Leben begegnen Sie in der Ausstellung: Die Ausstellung beleuchtet das soziale Engagement in Vereinen wie dem Feuchtwanger Turn- und Sportverein, in Initiativen gegen Armut sowie in der Seelsorge. Sie wirft einen Blick auf die rechtlichen Entwicklungen und das Schul- und Ausbildungswesen seit dem 19. Jh., auf die wirtschaftlichen Errungenschaften der historischen Persönlichkeiten und auf die Kultur.

Für das 20. Jahrhundert behandelt die Ausstellung die schwierige Geschichte der NS-Diktatur und Shoah. Sie würdigt den Widerstand eines mutigen Feuchtwanger Bürgers, der bereits Mitte der 1920er Jahre mutig gegen den wachsenden Antisemitismus kämpfte. Den 27 Feuchtwanger Personen, die durch die NS-Diktatur ihr Leben verloren, wird in einem Gedenkbuch gedacht.

In ihrem letzten Teil beleuchtet die Ausstellung die Lebenswege von Überlebenden. Seit den 1960er Jahren entwickelten sich fruchtbare Briefwechsel und Freundschaften zwischen den Überlebenden und ihren Nachkommen sowie engagierten Feuchtwanger Bürger*innen.

„Erinnerung ist das Geheimnis der Erlösung“, lautet ein Satz des jüdischen Gelehrten Baal Schem Tov; der spanische Philosoph George Santayana formuliert diesen Gedanken mit historischer Perspektive: „Die sich des Vergangenen nicht erinnern, sind dazu verurteilt, es noch einmal zu erleben“ – Zentral ist das Erinnern, das Gedenken und – damit verbunden – das Nicht-Vergessen. „Zachor!“ רוכזֹ) ) – „Erinnere Dich!“ ist auch ein wichtiges Gebot im jüdischen Glauben. In Verbindung mit der Erforschung der jüdischen Geschichte Feuchtwangens wird im Fränkischen Museum der Vorgang des Erinnerns in den Mittelpunkt gestellt. Das Museum soll mit dieser Ausstellung zu einem zentralen Erinnerungsort für das jüdische Leben in Feuchtwangen und die Shoa werden, steht doch ein Teil der heutigen Anlage an dem Ort, an dem einst die Synagoge stand – das Museum und seine Gebäude wie der Standort selbst sind also gleichermaßen Orte der Erinnerung. Hier wird sie gepflegt oder verschwiegen, sie wird präsentiert oder ausgeblendet, bewusst oder unbewusst.

Die Sonderausstellung ist Teil des deutschlandweiten Festjahres „#2021JLID - 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“.

Öffnungszeiten der Ausstellung: Dienstag bis Freitag 14 – 17 Uhr, Samstag, Sonntag, Feiertage 11 – 17 Uhr.
Der Eintritt zur Ausstellung ist frei.

IWissenschaftliche Recherche und Sonderausstellung: Dr. Uta Karrer

reFORMATION

Die Kunst der Zerstörung
Werke von Simon Berger und Pierre-Alain Münger


22. April bis 14. August 2022
Fränkisches Museum Feuchtwangen

Zerstörung als Destruktion bestehender Bedeutungszusammenhänge, Formen und Funktionen, als Erschaffung neuen Sinns – das sind die Kernthemen der Kunst von Simon Berger und Pierre-Alain Münger. Die Schweizer Künstler bearbeiten ihre Materialien – Glas und Metall – mit Hammer und Meißel. Sie zerschlagen, zerstören und zerbrechen und erschaffen damit beeindruckende und berührende Kunst!

Simon Berger – Mehr als zerbrochenes Glas

Simon Berger spricht mit seiner außergewöhnlichen Glaskunst eine einzigartige plastische Sprache. Er erforscht die Tiefe seines Materials, das er zerschmettert und zerbricht. In seinen Händen ist der Hammer jedoch kein Werkzeug der Zerstörung, sondern ein Effektverstärker: je näher und kürzer die Schläge, desto stärker die Kontraste und die Schattierungen. Dabei gilt sein Interesse vor allem dem menschlichen Gesicht. So entstehen ausdrucksstarke Porträts, die durch die Art und Weise, wie sie entstanden sind –
mit dem Hammer zerschlagenes Glas – auf die Zerbrechlichkeit des Individuums verweisen.

Simon Berger ist gelernter Tischler. Er begann seine künstlerische Laufbahn mit der Sprühdose als StreetArt-Künstler: Gebäude, Mauern, Wände, Fensterscheiben und Autowracks waren seine Leinwand. Sie bildeten die Werkstoffe seiner frühen Schaffensphase. Während der Arbeit an defekten Fahrzeugen mit zerbrochenen Windschutzscheiben entstand seine spezifische Kunst. Diese hat er als Pionier der Technik in den vergangenen Jahren kontinuierlich weiterentwickelt. Berger lebt und arbeitet in Niederönz. Seine Arbeiten sind auf der ganzen Welt zu sehen.


Pierre-Alain Münger – Die Schönheit eines Blechschadens

Verformungen, Deformationen von Gegenständen und von Materialien faszinieren Pierre-Alain Münger seit früher Kindheit. Nach dem Abschluss an der Designschule und einer Zeit als Assistent des Schweizer Bildhauers Carlo Borer, beschäftigte sich der Künstler über 15 Jahre mit Kollisionen und der Verformung von Dingen.

Pierre-Alain Münger ist besonders von Autounfällen und Blechschäden fasziniert: Seine Arbeit zeigt aber nicht nur zerstörte Fahrzeuge, sondern auch beschädigte Laternenpfähle, Schilder, Bäume oder andere Gegenstände. Ob Malerei, Skulptur oder brillante Federzeichnung auf Papier, die tiefe Faszination des Künstlers für Zerstörung und Deformation ist offensichtlich. Wenn Pierre-Alain Münger im Zuge einer Kunst-Aktion Fahrzeuge gegen Wände fahren lässt, studiert und dokumentiert er akribisch die Auswirkungen der Kollision und erstellt Bilder zu diesen fingierten Unfällen in verschiedenen Medien. Deformierte Autos und kaputte Bäume sind in seinen Werken stumme Opfer und Zeugen der unsichtbaren kinetischen Kräfte. Wie Simon Berger geht es auch ihm nicht ausschließlich um die Zerstörung als destruktiven Akt, sondern um die Erschaffung neuer Bedeutungszusammenhänge aus den Trümmern und Bruchstücken des Bestehenden.

Bildnachweise: © Simon Berger und Pierre-Alain Münger

Arbeitsalltag und Wohnkultur

Die Dauerausstellung gibt einen lebhaften Eindruck vom Leben der Menschen im evangelisch geprägten Mittelfranken. Zu sehen sind die kunstvoll verzierten Sachgüter, die im Alltag benutzt wurden, vom Hausrat bis zum technischen Gerät, von der Feiertagstracht bis zum Wohnmobiliar. Besucher*innen sind eingeladen, in die Vergangenheit zu reisen, aber auch viel über sich selbst und die eigene Kultur zu erfahren.

Museumstraße 19 - 91555 Feuchtwangen - Telefon (0 98 52) 25 75 - info@fraenkisches-museum.de