Herzlich willkommen!

Franken: authentisch, spannend, smart. Wer Franken entdecken will, beginnt eine Reise am besten im Fränkischen Museum Feuchtwangen. Hier findet er Facetten fränkischer Identität - und damit einen guten Zugang zur Region, den Menschen und ihrer Geschichte.

Das Museum wurde 1902 durch den Verein für Volkskunst und Volkskunde begründet. Es war das erklärte Ziel des Vereins, die Kulturgüter der ländlichen Bevölkerung zu sammeln und zu bewahren. Schnell entstand eine beeindruckende Sammlung, die 1926 in einem historischen Fachwerkhaus ausgestellt wurde. Die Sammlungsschwerpunkte sind Möbel aus Franken, Volkskunst und Fayencen. Der idyllische Museumsgarten lädt zum Verweilen ein. Hier können eine Hammerschmiede und ein Flachsbrechhaus besichtigt werden.

Das Museum hat heute über 2000 m² Ausstellungsfläche. 2008 wurde das Museum nach vollständiger Sanierung mit einem modernen Foyer und Ausstellungsgebäude neu eröffnet. Mit diversen Veranstaltungen und Sonderausstellungen werden immer neue Themen beleuchtet.

Franken um 1920

Vom 1. November bis 18. Dezember 2022 zeigt das Fränkische Museum die Sonderausstellung des Frankenbundes e.V.

Das Leben in Franken um 1920 war durch den Ersten Weltkrieg und dessen Folgen geprägt. Gegensätze bestimmten das politische Leben sowie das Tun und Denken jedes Bürgers. Kunst und Kultur machten diesen inneren und äußeren Zwiespalt sichtbar.

Am 11. Oktober 1920 wurde in Würzburg, in einer Zeit der Unsicherheit und der Sehnsucht nach Normalität, der Frankenbund gegründet. Anlässlich seiner Gründung entstand unter Federführung von Evelyn Gillmeister-Geisenhof eine Ausstellung, mit der kulturelle Ereignissen in Abhängigkeit zur politischen Situation und sozialen Lage der Zeit gezeigt werden. Szenische Darstellungen, Abbildungen und Texte aus den Bereichen Theater, Lyrik, Literatur, Musik, bildende Kunst, Architektur und Kleidung geben dabei einen kleinen Einblick in das fränkische Alltagsleben. Sechs Stationen vergegenwärtigen die authentische Lebenssituation in Franken und geben einen kleinen Einblick in Freud und Leid des Alltags.

Beispielsweise stellt die Station „Theater und Politik“ in zwei Szenen die Skandaluraufführung des Theaterstücks „Masse Mensch“ von Ernst Toller im Stadttheater Nürnberg der blutigen Niederschlagung des Kapp Putsches am Nürnberger Hauptbahnhof gegenüber. In einem anderen Modul unter dem Thema „Kunstszene“ wird die überregional bedeutende Kunstausstellung in den Schrannensälen in Würzburg thematisiert. Des Weiteren stellt ein Vexierbild die traditionelle Darstellungsweise des Künstlers Matthäus Schiestl einer „modern – angehauchten“ Malerei von Heiner Dikreiter mit ähnlichen Motiven gegenüber.  

Das Thema „Kleidung“ präsentiert eine kleine Modenschau im nachempfundenen Nürnberger Künstlerhaus auf einer Drehscheibe mit Reformkleidung der Nürnberger  Werkstätte des Verbandes Deutsche Frauenkleidung und Frauenkultur und der Mode um 1920. Die Kleider sind alle aus Papier gefertigt entsprechend einer Ankündigung des Kaufhaus Wild im Weißenburger Tagblatt, dass die neuen Modelle in seinem Schaufenster in Papiernachbildungen zu besichtigen seien. Ein anderes Thema ist die große Wohnungs- und Lebensmittelnot, die das Leben in den Städten bestimmte. Aus dieser Not heraus entstanden überall neue Siedlungen wie im Norden Nürnbergs das Siedlungswerk.

Ein Raummodul beschäftigt sich mit der Gründung des Frankenbundes im „Franziskaner“ in Würzburg und seiner sehr schnellen Verbreitung in Franken.   Ein Triptychon stellt in einem weiteren Thema in bildnerischen Umsetzungen den Pazifismus in der fränkischen Literatur im Zusammenhang mit den Grausamkeiten des Ersten Weltkriegs dar. Als Vorbilder dienten die Erzählungen „Der Mensch ist gut“ von Leonhard Frank aus Würzburg, das Versspiel „Kreuzabnahme“ von Karl Bröger aus Nürnberg, das Bühnenstück „Der Totentanz 1921“ von Leo Weismantel in Marktbreit und die Passion „Das letzte Gericht“ von Julius Maria Becker aus Aschaffenburg.

Arbeitsalltag und Wohnkultur

Die Dauerausstellung gibt einen lebhaften Eindruck vom Leben der Menschen im evangelisch geprägten Mittelfranken. Zu sehen sind die kunstvoll verzierten Sachgüter, die im Alltag benutzt wurden, vom Hausrat bis zum technischen Gerät, von der Feiertagstracht bis zum Wohnmobiliar. Besucher*innen sind eingeladen, in die Vergangenheit zu reisen, aber auch viel über sich selbst und die eigene Kultur zu erfahren.

Museumstraße 19 - 91555 Feuchtwangen - Telefon (0 98 52) 25 75 - info@fraenkisches-museum.de